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Thema: einfache Grundlagen der Ernährung

  1. #1

    einfache Grundlagen der Ernährung

    die meisten, vorrangig anfänger machen aus der Ernährung im BB eine eigene Wissenschaft, um dem Abhilfe zu schaffen, hab ich vor ungefähr zwei Jahren einen Blog über die Grundlagen geschrieben.

    diese zusammenfassung bildet die Grundlagen für die Ernährung jedes einzelnen Menschen, darauf basierend kann man die ernährung dem sport anpassen.

    wichtig dazu ist: Ernährung soll ausgewogen sein!

    Ernährung

    --------------------------------------------------------------------------------

    Energiebedarf

    Energie wird benötigt:

    um Körpertemperatur stabil zu halten
    damit der Körper funktionsfähig bleibt
    damit wir körperlich aktiv sein können

    Der Gesamtenergiebedarf errechnet sich wie folgt:

    Grundumsatz
    + Arbeitsumsatz
    + Freizeitumsatz
    + Verdauungsumsatz: 12%

    Grundumsatz

    4,2 kJ x Körpergewicht/ kg x 24 Stunden

    Menge an Energie, die der Körper benötigen würde, würden wir 24 Stunden bei 20 Grad schlafen

    Arbeitsumsatz

    Leichtarbeiter: Lehrer, Schüler, Verkäufer, etc

    Frauen: bis 250 kJ
    Männer: bis 315 kJ


    mittelschwere Arbeit: Konditor, Koch, Service, Hausfrauen mit Kindern

    Frauen: 250 - 500 kJ
    Männer: 315 - 630 kJ

    schwere Arbeit: Maurer, Zimmermann, Leistungssport

    Frauen: 500 - 650 kJ
    Männer: 630 - 840 kJ

    schwerstarbeit: Eisenbieger, etc

    Frauen: über 650 kJ
    Männer: über 840 kJ

    Freizeitumsatz

    berufs- und schulfreie Zeit: 800 - 2000 kJ

    http://www.bmsshop.de/media/products...32ca5b04af251f

    Nährstoffaufteilung:

    Eiweiss: 0,8 - 1g pro kg Körpergewicht (leichte Tätigkeiten, sitzende Tätigkeit, kein Sport)
    1,5 - 2,2g pro kg Körpergewicht (Sportler, anstrengende Tätigkeiten)

    Fett: 0,8 - 1g pro kg Körpergewicht

    KH: 4 - 6g pro kg Körpergewicht

    2/3 komplexe KH
    1/3 isolierte KH

    __________________________________________________ _______________


    KOHLENHYDRATE (1g = 4,18 kcal)

    Einfachzucker (Arten):

    Traubenzucker: in Honig, Gemüsesorten
    Fruchtzucker: in Obst und Honig
    Schleimzucker: in Milch als Bestandteil des Milchzuckers

    Zweifachzucker (Arten)

    Rohr- und Rübenzucker
    Malzzucker
    Milchzucker

    Vielfachzucker (Arten)

    Stärke
    Dextrine
    Zellulose
    Pektine
    Glykogen

    Nährstoffaufteilung: KH 4 - 6g pro kg Körpergewicht

    2/3 komplexe KH

    Vollkornprodukte (Naturreis, Vollkornbrot, etc)
    Kartoffeln
    Hülsenfrüchte
    Obst und Gemüse

    1/3 isolierte KH
    ( durch Bearbeitung herausgelöste KH wie vitaminreiche Randschichten, etc)

    Teigwaren
    zuckerhaltige Speisen und Getränke
    Weißmehle
    polierter Reis
    reine Stärke

    Ballaststoffe:

    der Tagesbedarf an Ballaststoffen liegt ca bei 30g pro Tag.

    __________________________________________________ _______________

    FETTE (1g = 9,3 kcal)

    Nährstoffbedarf: 0,8 - 1g pro kg Körpergewicht

    Arten von Fetten:

    einfache Fette
    fettähnliche Stoffe
    fettbegleitstoffe

    überwiegt der Anteil an gesättigten Fettsäuren, ist das Fett bei Raumtemperatur üblicherweise hart.

    ungesättigte Fettsäuren sind üblicherweise weich oder flüssig

    mehrfach ungesättigte Fettsäuren kann der Körper nicht selbst herstellen, sind aber lebensnotwendig und müssen mit der Nahrung zugeführt werden.

    gesättigte Fettsäuren: Butter, Schmalz, Kokosfett, Talg

    einfache ungesättigte Fettsäuren: Olivenöl, Avocadoöl, Rapsöl, Erdnussöl

    mehrfach ungesättigte Fettsäuren: Sonnenblumenöl, Sojaöl, Maiskeimöl, Distelöl, Walnussöl, Kürbiskernöl


    die wichtigste essentielle Fettsäure ist die Linolsäure:

    Anteil der Linolsäure in

    Sonnenblumenöl: 63 %
    Sojaöl: 56 %
    Maiskeimöl: 52 %
    Scmalz (Schwein) 9 %
    Butter 2 %
    Kokosfett 2 %

    fettähnliche Stoffe/ fettbegleitstoffe

    Lecithin

    Baustoff für Gehirn und Nervenzellen

    Enthalten in: Eidotter, Obers, Getreidekeimen

    Cholesterin

    Carotin: Vorstufe Vitamin A

    enthalten in Karotten, Spinat, Petersilie, Eidotter

    Ergosterin: Vorstufe Vitamin D

    enthalten in Weizenkeimöl, Kohl,Spinat, Pilzen und Germ

    Bedeutung von Fetten für den Menschen

    Energielieferant
    Träger essentieller Fettsäuren
    Vorratstoff - Depotfett - Übergewicht!!
    Schutzstoff
    Träger fettlöslicher Vitamine: A,D,E,K und Provitamin Carotin

    im folgenden Verhältnisnis sollte man Fette aufnehme:

    1/3 gesättigte Fettsäuren
    1/3 einfach ungesättigte Fettsäuren
    1/3 mehrfach ungesättigte Fettsäuren

    (100g Kartoffel = 0,1 g Fett
    100g Bratkartoffel = 5,5 g Fett
    100g Pommes = 10 g Fett
    100g Chips = 39,4 g Fett!!)

    __________________________________________________ _______________

    PROTEINE

    Nährstoffaufnahme: 0,8 - 1g/ 1,5 - 2,2g

    Eiweisse bestehen aus den Grundstoffen Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Schwefel und Phosphor

    Die Bausteine der Eiweissstoffe sind die AMINOSÄUREN. für den Körper sind 20 verschiedene Aminosäuren von Bedeutung.

    ACHT AMINOSÄUREN sind ESSENTIELL und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden, da sie der Körer nicht selbst herstellen kann:

    Histidin
    Isoleuzin
    Leuzin
    Valin
    Lysin
    Methionin
    Phenylalanin
    threonin
    Tryptophan

    EIWEISSSTOFFE

    Albumine

    in Eiern, Fleisch, Fisch, Getreide, Hülsenfrüchten, Kartoffeln, Milch und Gemüse

    Globuline

    gemeinsam mit Albuminen in Fleisch, Fisch, Milch, Eiern und Hülsenfrüchten

    Gluten

    Weizen, Dinkel, Grünkern, Roggen, Hafer, Gerste, Mehl

    Kollagene

    Fleisch, Fisch, Knochen, Knorpel, Sehnen, Schwarten

    beim Kochen wird aus kollagen Gelatine

    ZUSAMMENGESETZTE EIWEISSSTOFFE

    Casein

    Haupteiweissstoff in Milch und Milchprodukten

    Hämoglobin
    Myglobin
    Chlorophyll

    Bedeutung:

    jede menschliche zelle ist aus Eiweiss aufgebaut: Haut, Muskeln, Blut, Haare,...
    für die ständige Zellerneuerung wird Eiweiss benötigt. Im Wachstum werden ständig Zellen vermehrt, deshalb benötigen kinder und Jugendliche mehr Eiweiss.

    Eiweiss kann nicht gespeichert werden, deshalb muss es durch die Ernährung aufgenommen werden.

    Biologische Wertigeit:

    die BW gibt an, wie viel Gramm körpereigenes Eiweiss der Mensch aus 100g Nahrungseiweiss aufbauen kann. Sie wird durch das Maß an essentiellen Aminosäuren bestimmt. Die Aminsäure, welche am wenigsten vorhanden ist, bestimmt die Wertigkeit.

    Tierisches Eiweiss ist dem menschlichen Eiweiss ähnlicher. es enthält mehr essentielle Aminosäuren als pflanzliches Eiweiss und hat deshalb eine höhere BW.

    Nahrungsmittel: BW

    Hühnerei Referenzwert 100 %
    Milch 86 %
    Fisch 80 %
    Flesich 76 %
    Sojabohnen 72 %
    Kartoffeln 67 %
    Weizenmehl 35 %
    Hülsenfrüchte 30 %

    Die BW kann durch kluge Kombinationen erhöht werden

    gute Ergänzungswerte:

    Getreide + Milch, Fleisch, Fisch, Ei oder Hefe
    Kartoffeln + Milch, Fleisch oder Fisch
    Hülsenfrüchte + Milch, Fleisch, Fisch, Getreide

    keinen ergänzungswert:

    Getreide + Gemüse, Soja
    Hülsenfrüchte + Kartoffeln
    Kartoffeln + Getreide

    Casein: BW 77
    Hemmung Proteinabbau: 34 % über 5 Stunden
    gesundheitsfördernde Effekte: anstieg HDL Cholesterin, Hemmung Blutplättchenverklumpung
    Glutamingehalt: hoch
    BCAA Gehalt: eher mäßig

    Molkenprotein: BW 104
    Hemmung Proteinabbau: nein
    gesundheitsfördernde Effekte: anstieg HDL Cholesterin, stärkung Immunsystem
    Glutamingehalt: eher niedrig
    BCAA Gehalt: hoch

    Sojaprotein: BW wie Casein
    positive Auswirkung auf Blutfette
    hoher Glutamingehalt
    hoher Arginingehalt
    stoffwechselanregend

    Eiprotein BW 100
    hoher BCAA Gehalt
    hoher Gehalt an phenylalanin, tyrosin, cystin, methionin
    hoher Arginingehalt

    Herstellungsverfahren Molkenprotein

    Molkenproteinkonzentrat

    ultrafiltriertes Kuhmilchprotein BW 104

    für alle Milchtrinker evtl interessant: Ziegenmilch
    http://www.huttern.at/Ziegenmilch%20_und_aci.pdf


    Molkeneiweiss Hydrolysat

    durch Enzyme aufgespaltenes Molkeneiweisskonzentrat. Aminsäuren liegen in freier Form vor. kann deshalb schnell aufgenommen werden

    Molkeneiweiss Isolat

    durch ionenaustausch besonders schonend aufbereitet. (keine wissenschaftliche Nachweise für höhere BW bzw Immunstimulierende Bestandteile)

    Quelle Ernährungslehre und Warenkunde, Handbuch Proteine und Aminosäuren

  2. #2
    corus
    Guest

    AW: einfache Grundlagen der Ernährung

    Der gesamte Energiebedarf setzt sich meines Wissens nach aus folgenden Faktoren zusammen:
    Grundumsatz
    Leistungsumsatz(=Arbeitsumsatz + Freizeitumsatz)
    Nahrungsinduzierte Thermogenese (="Verdauung")
    und weiterer Bedarf für Wachstum, etc ...
    Dass du der Verdauung 12% Anteil haben lässt kann ich nicht nachvollziehen. Sie ist geschlechts und altersabhängig und natürlich von der Nahrungszusammensetzung abhängig.
    Macht durchschnittlich 8-15% des Energiebedarfs aus.

    Zum GU gibt es meiner Meinung nach auch eine bessere Formel (lt.WHO/Department of Health) : 18-29 Jahre = 0.063 KG + 2,896 * 239 = GU in kcal/ d

    Ich hätte noch einige Verbesserungsvorschläge weil es bei manchen Teilen eine gewisse Ungenaugkeit gibt.
    Falls du Interesse hast dann melde dich ansonsten kannst du das gerne so stehen lassen.

  3. #3

    AW: einfache Grundlagen der Ernährung

    du kannst deine Verbesserungen gerne einbringen. mir ging es in erster linie um eine einfache erklärung der ernährungsgrundlagen, da vielfach, wird dir im forum hier auffallen, aus der ernährung eine wissenschaft gemacht wird.

    die 12% bei der Verdauung ist ein Durchschnittswert und sollte auch als solcher behandelt werden.
    Wer etwas will, findet Wege.
    Wer etwas nicht will, findet Gründe.

  4. #4

    AW: einfache Grundlagen der Ernährung

    http://www.dr-moosburger.at/pub/pub080.pdf

    Nahrungsinduzierte Thermogenese - Postprandiale Thermogenese

    Thermogene Wirkung der Nahrung

    Steigerung des Energieumsatzes nach NahrungsaufnahmeSteigerung Nahrungsaufnahme
    Energiebedarf für Verdauung, Resorption und Transport der Nährstoffe

    ca. 8 – 15% des täglichen Energieumsatzes (durchschnittlich 10%)
    abhängig von Art und Menge der aufgenommenen Nahrung:
    Proteine : 18 – 25%
    Kohlenhydrate : 4 – 7%
    Fette : 2 – 4%
    (% der mit dem jeweiligen Nährstoff aufgenommenen Energiemenge)

  5. #5

    AW: einfache Grundlagen der Ernährung


  6. #6

    AW: einfache Grundlagen der Ernährung

    @st.anger: ja kannst nehmen. empfehlen? im prinzip gibt es aber mehrere gute.
    Wer etwas will, findet Wege.
    Wer etwas nicht will, findet Gründe.

  7. #7

    AW: einfache Grundlagen der Ernährung

    Sportnahrung.at
    Hallo leute!

    erstmal sehr guter beitrag!

    premutos schreibt:
    Die BW kann durch kluge Kombinationen erhöht werden
    gute Ergänzungswerte:
    Getreide + Milch, Fleisch, Fisch, Ei oder Hefe
    Kartoffeln + Milch, Fleisch oder Fisch
    Hülsenfrüchte + Milch, Fleisch, Fisch, Getreide

    aber eine frage ist mir noch nicht beantwortet worden
    In welchen verhältnis soll man z.B. Kartoffel mit Fleisch/Fisch essen?


    mfg Seilon

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