durchhalten
von
am 25-08-2010 um 18:52 (1241 Hits)
heute möchte ich gerne über den durchhaltewillen schreiben. aber diesmal mehr auf mich bezogen. wie ich im ersten blog berichtet habe, befinde ich mich für ein jahr lang in vietnam. ich bin fern ab von meiner Liebe, meiner familie und freunden. es ist schwierig, fällt mir schwer. ich vermisse. kleine unanehmlichkeiten des alltags und unter anderen umständen lapidare zwischenfälle werden zur zerreissprobe. ich fühle mich einem ständigen emotionalen druck ausgesetzt. das eher seltene weinen ist zum täglichen ausdruck meiner gefühle geworden. nein, natürlich gehe ich nicht mit einer trauermiene durchs lebenaber es rollen regelmässig die tränen. die fahrt zum training und wieder nach hause - 5-6 mal die woche insgesamt rund 90 Minuten Fahrt pro Tag - rauben mir meine energie: der verkehr hier in vietnam ist der reine horror. weder blicke nach rechts noch links scheinen die vietnamesen zu kennen bzw. zu befolgen. viele rasen und kommen einem frontal auf der fahrban entgegen. höchste konzentration und starke nerven sind gefordert. dies macht mich jeweils sehr müde und ich brauche mehr schlaf denn jeh. es ist also nicht primär das training, dass mich erschöpft. im gegenteil! ich habe das gefühl, als dass es mir mehr energie gibt als raubt. ich liebe es einfach und bezeichne es als eine leidenschaft. ich wünsche mir sehr, dass mir meine lebensumstände auch in ferner zukunft die ausübung "eisen-stemmen"
erlauben. ich liebe es. natürlich nicht immer - gerade wenn ich in der nacht aufwache, weil ich solchen muskelkater habe, dass ich bei der kleinsten bewegung aus dem schlaf gerissen werde. aber durch den tag mag ich diesen muskelkater ganz gern. ich habe ihn nicht jedes mal. aber wenn er da ist, habe ich gar nichts dagegen. ich denke dieser sport erfordert ein gewisses mass an masochismus - ansonsten würde einem der schmerz die mtivation rauben. mein wille und mein dickkopf treiben mich jeden tag aufs neue an. ich muss mich deshalb selber etwas bremsen, damit meine mentale komponente sich genügend erholen kann. sobald ich mich besser an den verkehr gewöhnt habe und besser organisiert bin mit der vorbereitung meiner mahlzeiten (ich bin den ganzen tag auf der arbeit und habe keinen kühlschrank zur verfügung dort und auch keinen supermarkt in der nähe, geschwiege denn überhaupt einer, der quark oder putenbrust anbieten würde...
), werde ich 6mal zum training gehen. denn ich habe ein Ziel. Und ich gebe (fast) ALLES dafür, um es zu erreichen (nicht ganz alles: meine gesundheit ist mir wichtiger). bin ich ein tag weniger motiviert - gucke ich mir die bilder von erfolgreichen bodybuilderinnen und fitnessmodels an: dies spornt mich so sehr an, dass es ein Nicht-motiviert-Sein fast gar nicht gibt
Durchhalten ist alles - sei dies bei der Ernährung, dem Zeitmanagement (Einkaufen, Planen), beim Training oder beim Ausruhen und Genügend-Schlafen: Konstanz und somit Disziplin sind Schlüsselfaktoren auf dem Weg zum Erfolg. Ich schätze mich glücklich, da ich hier in Saigon ein paar ganz gute Menschen kennen lernen durfte. Sie geben mir neuen Mut und motivieren mich. Speziell erwähnen möchte ich hierbei claudio - vielen DANK!!!!!- ben, noi und rosy. ohne den Kontakt zu euch und ohne das Training wäre ich wahrscheinlich schon wieder irgendwo in der Schweiz oder hier in Saigon- depressiv und massiv untergewichtig.
ich bin ungeduldig und freue mich auf meine ersten Resultate...! Ich bin richtig aufgeregt und kann gar nicht mehr warten. Aber eben, Geduld und Konstanz. Und ob ich mein Ziel erreiche, hängt noch immer von mir ab.
wieder ein etwas egozentrischer Blogeintrag. Falls jemanden spezifisch etwas interessiert oder jemand einen Input hat, über was ich schreiben könnte - ich freue mich über alles!
Besitoooo!




- ben, noi und rosy. ohne den Kontakt zu euch und ohne das Training wäre ich wahrscheinlich schon wieder irgendwo in der Schweiz oder hier in Saigon- depressiv und massiv untergewichtig.


